Erkrankungen

Husten
Ätherische Öle schleimen Babys Bronchien zu

Die millionenfache Behandlung von erkälteten Babies durch Einreibungen mit ätherischen Ölen auf die Brust verschlimmert nach Meinung des Frankfurter Kinderarztes Prof. Dr. Dietrich Hofmann die Situation mehr als es nutzt. „Das ist oft der Grund, wenn aus der akuten viralen eine komplizierte bakterielle Bronchitis wird “ sagt der Experte, der seine Warnung auch klar zu begründen weiß: ätherische Öle reizen die bronchiale Schleimhaut, worauf diese mit verstärkter Sekretion reagiert. Bei Kindern unter einem Jahr kann dies zu einem wahren Schleimstau führen, weil die

„Müllabfuhr“ der kindlichen Bronchien damit überfordert wird. Gefundenes Fressen für viele Bakterien! Anders als ältere Kinder laufen die kleinen noch nicht bzw. zu wenig und können mangels Erschütterungen des Brustkorbs nicht richtig abhusten! Fatale Folge: in den bronchiale Schleimmassen vermehren sich Viren und Bakterien, es drohen Infektionen und ein verzögerter Krankheitsverlauf.

Dann werden Antibiotika benötigt. Bei Kindern die mehrfach eine komplizierte Bronchitis hatten, ist der Übergang in ein chronisches Krankheitsbild geradezu vorprogrammiert. Deshalb sein Rat:
„Niemals ätherische Öle bei Kindern unter einem Jahr verwenden, am besten überhaupt nicht, weil sie auch älteren Kindern nichts nützen“ Wenn pflanzliche Medikamente, dann rät Prof. Hofmann lieber zu schonenden Schleimlösern wie z.B. Efeu- Präparaten.

Warum bekomme ich meinen Schleimlöser nicht wie immer?

Da soll doch auf meinem Rücken gespart werden?! Nein, die dauernde Einnahme Schleim- verflüssigender Medikamente ist nicht nur nicht sinnvoll, sie ist sogar schädlich. Bei Einnahme dieser Präparate wird der Schleim verflüssigt, das kann auch für normalen Schleim gelten. Er wird dann wässrig und damit ist ihnen nicht geholfen! Wässriges Sekret kann nicht gut ausgehustet werden, der Schleim fließt immer wieder zurück. Besser: Lassen Sie sich zeigen, wie sie richtig husten und was sie gegen einen Sekretstau machen können. Schleimlöser nur dann, wenn Sekret zäh und schlecht abhustbar ist.

 

Hausmittel gegen Husten

Man nimmt ein gereinigtes Marmeladenglas und füllt es bis zum Rand abwechselnd mit einer Schicht Zwiebelscheiben und einer Schicht Zucker. Glas verschliessen und in den warmen Backofen stellen. Der jetzt entstehende Saft wird getrunken.
Eine mittelgroße Zwiebel ausdrücken und die Flüssigkeit in ein Glas heiße Milch einrühren.
Einen Eßlöffel Honig hinzugeben, in der Milch auflösen, schluckweise trinken
Holunderblütentee mit Honig gesüßt. Heiß in kleinen Schlucken trinken.

 

Langer Husten erfordert gründliche Klärung

Wenn Husten länger als 2 – 3 Wochen anhält oder Komplikationen auftreten, genügt es nicht, Husten mit schleimlösenden oder hustendämpfenden Medikamenten symptomatisch zu behandeln. Dann ist es wichtig, mögliche Ursachen abzuklären. Bei Kindern und Jugendlichen stellt Reizhusten ein häufiges Frühsymptom für eine allergische Atemwegserkrankungen dar. Hier ist es wichtig, Allergene als Auslöser zu identifizieren, um beispielsweise eine Hyposensibilisierung einzuleiten oder die Entzündung der Schleimhäute mit antiallergischen und entzündungshemmenden Medikamenten behandeln zu können. Stecken Viren oder Bakterien hinter einem langanhaltenden Husten, müssen Antibiotika ggf gemeinsam mit Schleimlösern wieder für Ordnung sorgen. Bei Hinweisen auf eine Lungenentzündung muß gegebenenfalls auch eine Röntgenaufnahme der Lunge angefertigt werden. Eine Lungenfunktionsprüfung sollte unbedingt immer erfolgen, um eine sich entwickelnde asthmatische Erkrankung rechtzeitig erkennen und gezielt behandeln zu können.